KAgüE 07 Manthen

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1. 2000 bis 1500vdF: Das alte Reich Manthen und seine Expansionen

Es ist unbekannt, auf welches Volk genau Manthen seine Ursprünge zurückführen konnte. Anhand der Sprachen kann man jedoch annehmen, dass Manthen – ähnlich wie die Talländer am Britanlak – entstand, als Colite-Stämme in den Osten kamen und sich dort allmählich mit den einheimischen Kaltstämmen (und später auch Tolumen) vermischten. Einige Forscher führen sowohl die Manthen als auch die Imari auf ein eigenständiges Volk zurück, das noch unbekannt ist und aus dem Westen oder Norden kam oder gar schon heimisch war.

Sicher ist jedoch, dass Manthen im 20.Jh.vdF bereits ein altes Reich war. Bis 1000vdF sind nur ungenaue geschichtliche Überlieferungen bekannt. Demnach hatte Manthen in der ersten Hälfte dieser 1000 Jahre Konflikte und Kriege mit den Tolumi. Damals war Manthen noch am expandieren. Es eroberte die Kaltstämme des späteren West-Flejenda und kolonisierte besonders das spätere Gebiet von Saten. Gleichsam eroberte es das Gebiet vom Tolovon bis an die Küste von Tolum. Zur Sicherung gründete man einige Kolonien, besonders den Hafen Raiuver an der Mündung des Tolovon.

2. 1500 bis 0vdF: Abtrünnige, Kriege und Dekadenz von Manthen

In der zweiten Hälfte dieser 1000 Jahre schaffte es Manthen sogar, den restlichen Süden von Tolum zu besetzen. Auch gab es zu dieser Zeit öfters kleinere Konflikte mit den Kanisanen, doch Bedeutendes passierte nicht. Trotz seiner militärischen Erfolge existierte Manthen bereits zu lang um noch effektiv zu funktionieren. Reiche Kaufleute und Adlige besonders der Großstädte galten als dekadent und versessen auf Unterhaltung. Sie ließen ihre Sklaven für sich arbeiten und der Herrscher des Landes thronte in der Hauptstadt Rande inmitten einer Metropole, fast schon verehrt von seinen Untertanen wie ein Gott. Intrigen waren an der Tagesordnung, je nach Herrscher auch Gelage und Exekutionen. So stagnierte Manthen dann.

Die jüngeren Provinzen, wie Flejenda und Saten – die Grenzmarken, in denen Großteile der Heere stationiert waren, erwiesen sich nicht als Freunde dieser Dekadenz. Ein General startete in Flejenda eine Rebellion. Viele der anderen Generäle waren seine Freunde, so kam es zu keinem größeren Kampf, nur zu zahlreichen Überläufern. Bis zum 10.Jh.vdF hatte Flejenda sich losgesagt und wurde unabhängig, Hauptstadt wurde Puelas.

Gleiches wie in Flejenda versuchte man in Saten, doch dort wurde der General hintergangen und an Rande ausgeliefert. Kriege gegen Omijern vom 10. bis zum 8.Jh.vdF verhinderten weitere Rebellionen, man band die Truppen an der Ostgrenze und war so ein Problem los. Manthen verlor in diesen Kriegen einige Regionen und viele verräterische Truppen. 100 Jahre nach Beendigung dieser Kriege war es aber soweit – der Statthalter von Saten sammelte loyale Truppen, schlug die Kämpfer von Rande – teilweise mit Hilfe von Flejenda – und wurde im 6.Jh.vdF unabhängig.

Für Manthen sollte es keine Ruhe geben. Harite eroberte im 5.Jh.vdF große Gebiete des Südwestens von Manthen. Salrev hielt aber stand und im 4.Jh.vdF eroberte Manthen es bereits zurück.

3. 0 bis 2000dF: Der Fluch von Rande und die Öde

Die größte und endgültige Katastrophe brach für Manthen mit dem 1. Feuer 0dF herein. Ein Abkömmling des Feuers traf Rande – angeblich sogar den Palast. Die Stadt wurde fast gänzlich vernichtet, schlimmer aber waren die Spätfolgen. Alle Lebewesen des Tales veränderten sich und wurden zu Monstern. Das Tal wurde in den folgenden Jahren völlig abgeriegelt und Festen an beiden Eingängen zur Überwachung errichtet. Alle Flüchtlinge aus dem Tal wurden getötet. Doch es half nichts, bald veränderten sich die Soldaten der Festen selber.

Bis zum 6.Jh. gerieten immer mehr der Kreaturen aus Rande in den Norden. In den benachbarten Ländern galt Manthen längst als verseuchtes Gebiet, Kriegsanstrengungen wurden kaum noch unternommen. Dagegen stieg der Handel aber an, da Manthen immer mehr importieren musste. Raiuver als neue Hauptstadt des Nordens hatte immer mehr damit zu kämpfen, die Kreaturen aus Rande abzuhalten.

Alle Anstrengungen verzögerten aber letztlich nur das Unvermeidliche. Bis zum 10.Jh. ging der Norden größtenteils verloren. Einige Randgebiete wurden entvölkert und als Pufferzone genutzt, da das Vordringen irgendwann stoppte. Aber auch Saten, Sobil und Omijern mussten wachsam bleiben. Vom Norden einzig bestehen blieben Raiuver und Huluver, der Süden bestand unter Salrev weiter. Der Norden, nun genannt Antahr, wurde für Jahrhunderte von allen Völkern gemieden. Aber auch der Süden wurde bedroht, als im 11.Jh. Haret erneut die Region vom Haregez zum schwindenen Tolummeer eroberte.

Das Ende begann im 15.Jh.. Kriege Harets gegen Südmanthen ließen Letzteres immer mehr Gebiete verlieren. Bis zur Mitte des 18.Jh. hatte Haret letztlich auch die größten Städte wie Caertal und Salrev erobert und sich einverleibt. So blieben Raiuver und Huluver als einzige freie Überbleibsel Manthens.

4. 2000 bis 2900dF: Fortschreiten der Öde: das Ende von Manthen

2000 kam das 2. Feuer und die 2. Katastrophe für Manthen. Raiuver war eine der ersten Städte, die in den Fluten unterging. Vermutlich glücklicherweise wurde so aber auch viel von Antahr überschwemmt. Von Saten blieb nur eine kleine Insel mit der Stadt Salaius übrig, der Osten wurde bereits früher von Iotor erobert. Wenige Jahrzehnte später fiel auch Huluver in die Hand von Sobil. Antahr wurde weiter gemieden – zu Recht.

200 Jahre später begann die Öde von Antahr auf Sobil überzugreifen. Die Stadt Huluver war die erste Siedlung, die verlassen werden musste. Die Einwohner flohen auf die nahe Insel im Sobillae und isolierten sich dort jahrhundertelang von der Außenwelt. Bis zum 26.Jh. hatte die Öde fast ganz Sobil erfasst. Das Land wurde entvölkert, karg, leer und unfruchtbar, lediglich einige Küstenorte überlebten.

Antahr und Sobil blieben lange als ödes und tödliches Niemandsland bekannt, von allen gemieden. Rande gilt sogar noch heute in Legenden und dem Glauben der einfachen Leute als Todeszone. Diesen Glauben nutzten Flüchtlinge aller Arten – Verbrecher, Vogelfreie, entlaufene Sklaven etc. – um sich in den Randgebieten von Antahr und Sobil zu verstecken. Teilweise entstanden sogar richtige, organisierte Banden. So machten z.B. die sceshischen Piraten aus Nord-Antahr, deren Heimat aber niemand außer ihnen kannte, die Küsten des jungen, entstehenden Rardisonán unsicher und bereiteten ihnen so einiges an Ärger.

5. 2900 bis 3300: Die Entstehung und ersten Jahre von Iscran

Eine Änderung gab es erst, als 2915dF der Schwarzsee-Piraten Kapitän Docrenn Beghonn (*2889) in seiner Heimat Probleme mit anderen Kapitänen bekam. Mit einer kleinen Flotte konnte er fliehen und nach 2 Jahren Katz-und-Maus-Spiel in der Laruento landete er 2917 an der heute Scirtien genannten Halbinsel. Er errichtete einen Stützpunkt, der sich bis 2925 zu einem größeren Dorf entwickelt hatte: Scirdok. Bis 2957 herrschte Beghonn über die ganze scirtische Halbinsel und gründete seinen eigenen Staat: Iscran.

Die sceshischen Piraten sahen das nicht gern. Sie hatten schon im Osten Probleme, da Toljiken aus Rardisonán sich seit Jahrzehnten immer weiter westlich wagten und Landstriche westlich des Tolovon besiedelten. Es kam zum Krieg zwischen den Piraten und Iscran, den Beghonn letztlich gewann. Bis zu seinem Tode 2967 hatte er die Piraten unterworfen und eigene Truppen in deren größten Ansiedlung Noctsce stationiert. In den nächsten Jahren vermischten sich die Völker und Sprachen, Sceshisch und Beghonns Heimatsprache und in der weiteren Entwicklung entstand bis heute die Sprache der Region: Honnis.

In den nächsten Jahrhunderten entstanden noch andere kleine Länder in Antahr, wie z.B. Morchan am Delta des Tessibel. Es gab Friedenszeiten; es gab Kriegszeiten; es gab Zeiten, in denen Iscran eines dieser Länder eroberte und Zeiten, in denen es sie wieder verlor. Die Einwohnerzahl wuchs, da das Land verhältnismäßig stabil blieb, die Regierungsform änderte sich von Absolutismus mit designierten Nachfolgern zu einer Oligarchie eines Adligenrates und schließlich wurde Iscran sogar gesetzestreuer und als Staat ernster zu nehmen.

6. 3300 bis heute: Unabhängigkeit für Toch-Bas und das heutige Icran

Nach einigem verschärften diplomatischen Geplänkel kam es 3357 wegen den Piraten und Banditen zum Krieg mit Rardisonán. Dieses war zu jener Zeit stark geschwächt und an vielen Fronten gebunden. Das nutzte Iscran um Land die Flüsse Tozzen und Togae hinauf zu erobern. Dabei überschritten sie sogar die ehemaligen Grenzhügel zwischen Rardisonán und Antahr.

Jahrzehnte später gelang es Rardisonán natürlich, diese teilweise zurückzuerobern, allerdings nur bis zu den Grenzhügeln. Die Gebiete, die sie nicht zurückerobern konnten, forderten 3578 lautstark ihre Unabhängigkeit von Iscran. Es kam teilweise zu Aufständen, die von Iscran oft blutig niedergeschlagen wurden. 15 Jahre später mischte sich Rardisonán wieder ein, welches nun Teil des Reiches von Ojútolnán war. 3614 gelang ein Friedensvertrag. Forderung dessen war die Unabhängigkeit der umkämpften Gebiete. So wurden die beiden kleinen Länder Gufani und Toch-Rem am Unterlauf des Tolovon unabhängig. Iscran wurde umbenannt in Icran.

Fast 300 Jahre später (3907) kam es zur Vereinigung von Gufani und Toch-Rem; Toch-Bas war geboren. Icran herrschte mittlerweile über das Gebiet von Scirdok bis an die Tolumwüste, von der Sobillae bis an den Tolovon. Auch die Flussinsel Huluver gehört seit 200 Jahren zu Icran, letzter Rest von Manthen. Antahr ist nun also wieder vollständig bewohnt, nur Sobil ist weiterhin Öde und wird gemieden, auch nach Rande wagt sich niemand.