Düstergedicht01 Das Männlein und sein Schicksal

Trafen sich zwei Männlein im Felde.
„Siehst aus wie Ich“, sagte der Eine,
doch kam keine Antwort in Bälde.
„Eine Lüge bist’s, und zwar eine Feine!“

Das Männlein holte aus mit dem Stock,
zerhackte und zerwühlte den Teich,
doch starb er darauf an einem Schock
denn dort im Teich war das Jenseits-Reich.

„Gar nichts davon, so will mir scheinen,
soll euer Handeln vorwärts treiben.
Ihr Bösen, Guten, Armen, Feinen,
auf ewig werdet ihr hier bleiben!“

So sprach das Wesen zu der Menge,
die sich da hatte gesammelt nun,
gebeugt aufgrund teuflischer Strenge
und nie mehr sollte anderes tun.

Denn hier im nebligen Jenseits-Reich
darben sie alle in Enklaven,
hier ist jeder für immer nun gleich,
hier sind sie alle ewiglich Sklaven.

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