Individuum und Individualismus vs. Nichtigkeit und Gemeinschaft

Die ganze Arbeit ist druck- und besser lesbar hier beziehbar.

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Inhalt:

1. Einleitung und Festlegungen

1. „Individuum [.] (lateinisch: das Unteilbare), Bezeichnung für das menschliche Einzelwesen, das nicht geteilt werden kann, ohne dass seine Existenz etwas von ihrer Wesensart verliert. Eine weitergehende Definition ist gemäß dem im Mittelalter geprägten Diktum „individuum est ineffabile” („das Individuum ist unaussagbar”) kaum möglich.“ 1

– Microsoft® Encarta® Enzyklopädie Professional 2003

2. „In|di|vi|du|a|lis|mus, der; – <lat.> (Anschauung, die dem Individuum den Vorrang vor der Gemeinschaft gibt)“

In|di|vi|du|a|li|tät, die; -, -en <franz.> (nur Sing.: Einzigartigkeit der Persönlichkeit; Eigenart; Persönlichkeit)“

In|di|vi|du|um […du-um], das; -s, …duen <lat.> (Einzelwesen, einzelne Person; abwertend für Kerl, Lump)“ 2

– DUDEN

3. „Als Individuum wird ein Wesen mit der Fähigkeit zum Denken bezeichnet. Damit ist keine Aussage über die Schärfe oder Tiefe des Denkens getroffen, weshalb der Ausdruck gelegentlich als Beleidigung gebraucht wird.3

4. „Unter einem Individuum (lat.: unteilbar, aber auch nicht zu Teilendes) versteht man etwas Einzelnes in seiner Gesamtheit mit allen Eigenheiten und Eigenarten, die in ihrem Gesamtgefüge wiederum bestimmend sind für seine Individualität. Es bezeichnet also das räumlich und qualitativ einmalige Einzelwesen (seltener auch Einzelding).

Der Begriff Individuum wird praktisch ausschließlich auf Lebewesen und auf den Menschen angewendet; Einheit und intakte Ganzheit ist bei ihnen lebensnotwendig. Bei Menschen wird statt von Individuen mit derselben Bedeutung auch von Personen geredet“4

– Wikipedia.org

5. „Das Einfache ist das Atomare, Unteilbare, [.], Individuelle.“ 5

– Historisches Wörterbuch der Philosophie

6. „Anarchie – die Selbstherrlichkeit des Individuums“ 6

– Gustav Landauer

Schon vom Begriff her, ist das Individuum falsch: das „Unteilbare“. Wie man sieht, ist es alles andere als unteilbar. Denn ist nicht auch das Herz und jedes andere Organ, ja jede einzelne Zelle, dieses „Individuums“ nicht auch ein Individuum, weil individuell, weil von anderen verschieden und genau bestimmbar? Auch Steine und ihre Bestandteile sind so Individuen.

Früh wurde dies erkannt und gesagt, ein Individuum ist erfüllt mit Leben. Doch wie gezeigt, auch Zellen leben schließlich, so auch z.B. Pflanzen. Um nun wirklich auf das gewollte zu kommen, führte man weitere Eingrenzungen ein: das Individuum denkt (Descartes: cogito ergo sum), es hat Persönlichkeit (Thomas von Aquin). Doch auch hier gibt es Probleme, wie man heutzutage z.B. dargestellt in der Science Fiction sieht: wenn nun eine künstliche Intelligenz denkt, ja Persönlichkeit hat – lebt es dann auch und ist ein Individuum? Individuell ja, aber sicher kein Individuum im Sinne der Herren Philosophen, die ja zu gerne nur vom Menschen sprachen!

Es gibt aber kein Individuum, zumindest keine individuellen, gibt es doch so viele Überschneidungen von Eigenschaften, Eigenheiten, Äußerlichkeiten, ja sogar Erfahrungen und Einstellungen. Denn welcher Mensch hat schon eine vollkommen individuelle Persönlichkeit? Es gibt immer mindestens zwei, die gleich sind, ob nun äußerlich oder innerlich! Darauf kann in dieser Arbeit aber leider nicht eingegangen werden, trotzdem soll die Nichtigkeit des einzelnen Individuums bewiesen werden, was wiederum die Frage aufwirft, ob Stirners Thesen überhaupt Bestand haben können und wie es mit einigen politischen Ideen, im speziellen nun dem Anarchismus, dann bestellt wäre – hätten sie überhaupt Berechtigung?

Wie nun Gustav Landauer bereits so treffend formulierte, geht es beim Anarchismus hauptsächlich um das Individuum und seinen Individualismus. Wie aber definieren Anarchisten den Individuums-Begriff? Um dies zu zeigen möchte ich hiermit zwei der eher ungewöhnlichen Anarchisten untersuchen, nämlich Max Stirner, den Individualanarchisten par excellence, sowie Gustav Landauer, den sozialistischen Anarchisten. Max Stirner und Gustav Landauer vertreten nicht nur die gegensätzlichsten Annahmen überhaupt, nein, auch war Landauer früherer Anhänger von Stirner, der sich später aber abwandte und eigene Überlegungen anstellte.

Max Stirner gilt als einer der wichtigsten Vertreter des so genannten „Individualanarchismus“. Er hebt das Ich, das einzelne Individuum, mit seinem Egoismus über alles andere. Bearbeitet wird hierbei hauptsächlich die „Zweite Abteilung: ICH“ in Stirners „Der Einzige und sein Eigentum“. Im Folgenden wird hierbei meist abgekürzt als vom „Einzigen“ gesprochen. Zitate werden mit EE angegeben. Betrachtet wurde die area-Version von 2005, um der größeren Verbreitung und häufigeren Nutzung der Stuttgarter Reclam-Ausgabe von 1991 aber gerecht zu werden, wird stattdessen ebendiese zitiert.

Gustav Landauer, Revolutionär, Sozialist und Anarchist, aber auch Künstler und Kunstliebhaber, Einzelgänger und friedvolles Wesen, findet nur wenig Erwähnung in den Reihen der Anarchisten, doch war er anarchistischer Revolutionär und lieferte einige interessante Einblicke zum Verständnis des Individuums. Hierbei finden besonders seine Artikelreihe „Zur Entwicklungsgeschichte des Individuums“ im Sozialist, als auch seine Publikation „Skepsis und Mystik“ besonderen Schwerpunkt in dieser Betrachtung. Dabei wurden die „Signatur: g.l.“ von 1986 im Suhrkamp-Verlag sowie der „Skepsis und Mystik“ (zitiert als SM) aus dem Verlag Büchse der Pandora des Jahres 1978 zur Betrachtung gezogen.

Zur Einleitung wird es einen Überblick über die philosophiegeschichtliche Entwicklung der Begriffe „Individuum“ und „Individualität“ geben. Einstieg in den Hauptteil werden die Biographien von Max Stirner und Gustav Landauer sein. Schließlich wird es dann im Hauptteil selber um die jeweiligen Ansichten und Begrifflichkeiten dieser beiden gehen, wo sie sich unterscheiden und kritisieren, vor allem aber auch überschneiden.

1. Individuum“ und „Individualismus“

Zwei Begriffe für dasselbe: Demokrits Atomos (Atom) waren die kleinsten, nicht sichtbaren Teilchen. Dieses Atom wurde von Cicero ins lateinische „Individuum“ übersetzt, und von da an war das „Einfache [.] das Atomare, Unteilbare, Nicht-Zusammengesetzte, Individuelle.“ 7 Anfangs waren Atom und Individuum also noch nahezu dasselbe, fortan entwickelten sie sich aber unterschiedlich.

Aber nun zum Individuum.

Am Anfang war Aristoteles. Zwar war er nicht der Erste, der sich Gedanken über die Einzigartigkeiten von Personen und des Menschen gegenüber der restlichen Welt machte, doch war er der Erste, der konkret versuchte, es zu definieren und niederzuschreiben, auch wenn er noch abwechselnd und unklar definiert von Atomos und Individuum sprach. Er nannte das Individuum ein konkretes und ganzheitliches Einzelwesen, numerisch unterschieden von anderen, also etwas „Einzelnes“. Plotins Schüler Porphyrios sagte weitergehend: „Individuen aber heißen solche Wesen, weil jedes aus Eigentümlichkeiten besteht, deren Gesamtheit bei keinem anderen jemals dieselbe sein wird“8, also Individuen sich durch bestimmte Eigenheiten unterscheiden. Dies meinte auch Jahrhunderte später Richard von St. Victor, doch erstmal stritten sich die Griechen noch eine Weile weiter, was wir jetzt nicht bis ins Detail beleuchten wollen. Die meisten stimmten aber darin überein, dass sie nur das als Individuum betrachteten, was sie sehen konnten. 9 Außerhalb des Ichs „erfühlte“ und gesehene Materie hat aber keine Existenz. 10

Boethius war der Erste, der davon sprach, dass sowohl überhaupt unteilbares (wie der Geist), wegen Härte unteilbares (wie Stahl) und alles, dessen Beschreibung auf nichts anderes zutrifft, ein Individuum sei. Von dieser Lehre gingen für Jahrhunderte nahezu alle Philosophen, die so genannten Scholastiker des Mittelalters, aus. Adelard von Bath griff im 12.Jh. Ideen von Boethius und Aristoteles auf, als er sagte, dass Individuen numerisch verschieden sind und im Ganzen, in der Art, betrachtet, nicht untergehen.

Laut Thomas von Aquin ist alles, was ist, was existiert, auch ein Individuum, doch höher entwickelte Wesen „mehr“ Individuum sind als niedere, wobei die menschliche Individualität die Persönlichkeit genannt wird, und „’wenn kein Sinneswesen vorliegt, ist kein Mensch’ (si non est animal, non est homo)“11, man also erst vom Mensch sprechen kann sobald es denkt (Vergleiche hierzu die Diskussion, ab wann ein Fötus ein Mensch ist), wogegen Thomas Hobbes, einer der letzten Scholastiker, Individualität als Identität eines Körpers, beurteilt nach dem ihm zugewiesenen Namen versteht. Dieses Problem mit den zugewiesenen Namen, war ziemlich beliebt bei den Scholastikern. Weiterhin verband die Scholastik das Ich-Bewusstsein (Individualität) mit Vernunftaktivität (Rationalität), also dem Denken12, sprich, mit dem Denken käme das Ich-Bewusstsein (siehe Thomas von Aquin).

Leibniz war der Erste, der wirklich versuchte diesen Kreis zu durchbrechen. Zwar übernahm er die aristotelischen Grundbegriffe, erweiterte das komplette System aber. Er unterteilte das Universum in Monaden, wobei einige dieser Monaden Bewusstsein und Gedächtnis haben. Leibniz beeinflusste damit Kant, welcher Dinge unterschied, die grundsätzlich wahr und gegeben sind und solche, die man erst erkennen muss damit sie wahr werden. Kant brachte die zwei Äste der bisherigen Erkenntnistheorien, nämlich durch Sinne erkannte oder durch den Verstand vollbrachte, zusammen. Für ihn definierte sich das Individuum aus einer Idee, die man hat.

Kant stopfte aber noch nicht alle Lücken, woran sich dafür J.G. Fichte machte. Er verleugnete Individualität und ein Individuum gäbe es nur, wenn dieses etwas anderes auch als Individuum ansieht. „Jedes I[individuum] ist ‚charakterisiert durch eine bestimmte, ihm ausschließlich zukommende Äußerung der Freiheit“ 13 und etwas, das eigentlich zu Stirner passt: „Ich bin als I[individuum] ‚in jedem Momente meiner Existenz’ ‚derjenige, zu welchem ich mich mit Freiheit mache, und bin es darum, weil ich mich dazu mache’14 Doch das Allgemeine herrscht über das Individuelle.

Aus dieser Zeit stammt auch Descartes bekannter Ausspruch: cogito ergo sum, (Ich denke, also bin ich). Wie man erkannte, ist das Ich am stärksten mit dem Prozess des Denkens verbunden, während man zu Gefühlen oftmals eher distanziert dasteht (vgl. Descartes und Thomas von Aquin), und dieses Denken führt schließlich auch erst zum Ich.15

Durch objektbezogenes Denken verbindet sich das Ich mit der empirischen Wirklichkeit. Denn die so genannte Ich-Aktivität führt zu Erkenntnis und die Erkenntnis zur Wissenschaft. Doch die Erkenntnis allgemeiner Gesetze führt gleichzeitig zu einer Gefährdung der Individualität, da die Wissenschaft gern alles „natürlich“ und rational betrachtet.16 Zu dieser Gruppe der Rationalisten gehörte schon Kant, aber auch später Marx. Dazu jedoch später mehr.

Die auf diese Zeit folgenden Romantiker, sahen es etwas anders. Schlegel befand das Individuum als ein beständiges Werden, immer unvollendet, was zu wahrer Individualität führt und somit zur Unsterblichkeit, da „die I[ndividualitä]t [.] das Ewige im Menschen [ist] und nur diese kann unsterblich sein“17

Humboldt sah Individualität als Einheit der Verschiedenheit und jedes Individuum als „dargestellte Idee“an. Auch Sprache individualisiert.18

Hegel beschrieb ein Individuum als ebendieses, wenn dessen Teile „Eins“ sind19 und Schopenhauer befand die Individualität für umso stärker, je höher entwickelt das Lebewesen ist, was wieder sehr an Thomas von Aquin erinnert.20

Karl Marx sah das Individuum als Ausdruck seines Verhältnisses zu anderen Dingen und sah im Individuum „das gesellschaftliche Wesen“21 Anders sah es Nietzsche, der heimliche Stirner-Nachfolger. Für ihn war das Individuum „etwas ganz Neues und Neuschaffendes, etwas Absolutes, alle Handlungen ganz sein Eigen“ 22 und Individualität zu erreichen das höchste Gut.

Auch in moderner Zeit gibt es neue Ideen zum Individuum, so unterscheidet z.B. Rickert normale von historischen Individuen. „Ein historisches I[ndividuum] ‚wie Goethe’ [.] unterscheidet sich von ‚irgendeinem Durchschnittsmenschen’‚ wie der Diamant Cohinoor’ von ‚einem Stück Kohle […]“23 Und deshalb haben allein „wertvolle Objekte [.] I[ndividualitä]t in den Augen der Geschichte“24

Ungefähr seit dem 19.Jh., aber auch schon früher, wurde der wissenschaftliche Aspekt immer stärker, besonders da angenommen wurde, das Fühlen und Handeln des Menschen von wissenschaftlichen Erkenntnissen geprägt sind.25

Doch zurück zum Denken, wie es Thomas von Aquin und Descartes schon ansprachen. Die Individualität soll untrennbar mit der Entwicklung des Seelenlebens verknüpft sein, also auch der Gefühlswelt, wobei Denken das Intimste ist. Und wie schon Descartes sagte, ich denke, also bin ich. Doch was passiert z.B. im Schlaf? Nun, zwar „denkt“ man in diesem Zustand nicht bewusst oder gesteuert, doch unbewusst und Descartes meinte wohl die grundsätzliche Fähigkeit denken zu können.26 Es wurde angenommen, dass Hirnprozesse nicht Ursache des Denkens sind, sondern umgekehrt. Dies erinnert wiederum sehr an Aristoteles. Demnach ist der menschliche Organismus voll auf das Denken hin ausgerichtet.27

Zur Zeit von Marx sah man alles sehr materialistisch, derweil heute eher eine Art Renaissance der Denkweisen von Thomas von Aquin bis Hegel verbreitet ist, allerdings mit Ergänzungen und Änderungen. So sollen z.B. Handlungen intentional sein.28 Intentionale Handlungen sind nun z.B. Triebe, welche sich sozusagen ein Ziel setzen, das es zu erreichen gilt. Diese Handlungen geschehen aber vom Menschen her unfreiwillig, was also noch keine Individualität bedeutet. Die Hermeneutik geht davon aus, dass Individuen in eine bestimmte historische Situation hineingeboren und von dieser Umwelt geprägt werden.29 Schließlich wurden hier bisher östliche sowie Landauer ähnliche Philosophien ausgelassen, auf die es nach dessen Abschnitt aber noch kurz zu Sprechen kommt.

2. Biographien

2.1. Max Stirner (1806 – 1856)

Max Stirner wurde unter seinem bürgerlichem Namen Johann Caspar Schmidt 1806 in Bayreuth, Oberfranken, geboren. Sein Vater, ein hart arbeitender protestantischer Handwerker, starb schon früh. Seine Mutter heiratete daraufhin neu und zog 1810 zu ihrem neuen Mann nach Kulm an der Weichsel in Westpreußen. Johann Caspar nahm sie mit sich.

1818 zog dieser zu seinem Paten Martin Sticht zurück nach Bayreuth. Dort besuchte er von 1819 bis 1826 das Christian-Ernestium-Gymnasium. Einer seiner Lehrer war Georg Andreas Gabler, ein Schüler Hegels und nach Schillers Tod Hauslehrer von dessen Söhnen, den es später als Hegels Nachfolger an die Universität Berlin verschlug. Als Schüler Hegels und auch besonders wegen Schiller, dürfte er bereits einigen Einfluss auf den jungen Johann Caspar gehabt haben. Weiterhin lebte zu dieser Zeit Jean Paul in Bayreuth, der von einem „Ich-Bewusstsein“ sprach und wohl zumindest das Denken der Umwelt Johann Caspars, aber eventuell auch das von diesem selber beeinflusste. Jean Paul starb in Bayreuth 1825.

Nach seinem Abitur ging Johann Caspar an die Universität Berlin um dort Philosophie und Philologie von 1826 bis 1828 zu studieren. Dort war zuvor bis ungefähr 1815 Fichte tätig, von welchem sich Stirner später ausdrücklich distanzierte.30 Das Wintersemester 1828/29 studierte Johann Caspar an der Universität Erlangen, machte im Sommer 1829 aber eine längere Reise durch Deutschland, über die leider kaum etwas bekannt ist. Für das Wintersemester 1828/29 war er an der Universität Königsberg immatrikuliert, weilte 1830 aber in Kulm – bei wem, ist ebenso unbekannt. 1831 musste er zurück nach Königsberg wegen „Familienangelegenheiten“. 1832 bis 1834 setzte er sein Studium an der Universität Berlin fort, um es endlich abzuschließen.

Während seiner Studienzeit wohl bekam Johann Caspar seinen Spitznamen „Max Stirner“, in Anlehnung an seine hohe Stirn, den er aber fortan als Pseudonym nutzte.

In Berlin hatte er zwei nicht unbedeutende Dozenten, nämlich Schleiermacher und Hegel selbst. Zwar wird Stirner oft als Jungehegelianer bezeichnet, doch kritisierte er in seinem „Einzigen“ oft dessen System.31 1834/35 machte Stirner sein Examen pro facultate docendi und absolvierte danach ein pädagogisches Probejahr, da er keine Anstellung fand. 1837 heiratete er Agnes Clara Kunigunde Burtz.

Ebenfalls ungefähr 1837 wurde Stirner Mitglied der so genannten „Freien“, einem Zirkel von Literaten, Künstlern, Journalisten und Intellektuellen, geführt von Bruno Bauer, und z.B. mit Marx, Engels und Buhl. Auch wenn Stirner mit Bauer befreundet war, setzte er sich sowohl mit dessen „freier menschlicher Kritik“ als auch mit Ludwig Feuerbach und seinem „nun erst gefundenen höchsten Wesen, dem Mensch“ auseinander.

Bereits ein Jahr nach der Heirat starb Stirners Frau im Kindbett. 1839 fand er eine Anstellung als Lehrer an einer Privatschule für höhere Töchter in Berlin, lehrte dort Deutsch und Geschichte und begann 1842 die Arbeit an seinem „Der Einzige und sein Eigentum“. Bei den „Freien“ lernte er Marie Dähnhardt kennen und begann 1843 mit ihr seine zweite Ehe. Marie Dähnhardt galt als „emanzipierte“ Frau und die Ehe erregte doch einiges an öffentlichem Ärgernis, sogar das des Königs persönlich.

Marie Dähnhardt war nicht gerade unvermögend, und so konnte Stirner sich endlich ganz seiner philosophischen Tätigkeit widmen. Er beendete seine Lehrtätigkeit und 1844 erschien dann schließlich „Der Einzige und sein Eigentum“ bei Otto Wigand, Leipzig. Anfangs verboten, entging das Buch nur durch Tricks der Zensur, wurde später aber doch freigegeben da man es eher ironisch betrachtete, belächelte und sogar verspottete. Trotzdem wurde Stirner plötzlich berühmt, das Buch galt als Angriff der traditionellen Philosophie, besonders aber gegen Hegel und die Junghegelianer. Zahlreiche Leute kamen nach Berlin, nur um ihn und seine Freunde, die „Freien“ zu sehen.

So plötzlich wie er bekannt wurde, ging sein Stern auch wieder unter. Sein Buch wurde kurz in der Presse zerrissen, es fiel kaum ein positives Wort und bald stellte sich auch das Interesse an ihm wieder ein, da die Deutschen andere Probleme hatten. Vermutlich aber tobte der Diskurs besonders im Privaten zwischen Stirner und den Junghegelianern. Zu dieser Zeit lernte Stirner auch Michail Bakunin kennen und hatte vermutlich selber einigen Einfluss auf diesen.

Bis 1846 versuchte sich Stirner erst mit Übersetzertätigkeiten über Wasser zu halten, später nahm er das Geld seiner Frau um damit eine Milchfirma zu gründen, die ebenso schnell wieder scheiterte. Daraufhin folgte schließlich 1846 die Trennung von seiner Frau, die er bereits im „Einzigen“ als „Mein Liebchen Marie Dähnhardt“ bezeichnete, und nicht als „Meine Frau Marie Schmidt“. Daraus konnte man bereits eine gewisse Ironie herauslesen, da es zu dieser Zeit bereits in der Ehe kriselte.

Nach der Trennung ging es mit Stirner endgültig bergab. Er verarmte, musste häufig die Wohnung wechseln um seinen Gläubigern zu entkommen und brachte nichts Bedeutendes mehr zustande. Am 25.6.1856 starb er letztlich an den Folgen des Stiches einer vergifteten Fliege. Sein Nachlass gilt als verschollen, es gibt kaum Unterlagen von Stirner selbst oder aus seiner Zeit über ihn, ebenso wie es keine Bildnisse von ihm gibt, nur späte Skizzen aus dem Gedächtnis seiner Freunde und Bekannte.

Max Stirner gilt allgemein als Junghegelianer (wie auch Bruno Bauer, Ludwig Feuerbach, Marx und Engels), obwohl er sich nicht nur explizit gegen Hegel stellte sondern auch die anderen Junghegelianer kritisierte. Auch wird er zwar dem Anarchismus – genauer: dem Individual-Anarchismus – zugeordnet, doch betrachten Anarchisten seine Ideen oft als nicht mit dem Anarchismus kompatibel. So wird Max Stirner in der Philosophiegeschichte bis heute gerne übergangen oder nur kurz erwähnt. Trotzdem hatte er einigen Einfluss auf die Entwicklung der Philosophie.

2.2. Gustav Landauer (1870 – 1919)

Gustav Landauer wurde am 7. April 1870 in Karlsruhe als jüngster Sohn jüdischer Eltern geboren. Seine Eltern betrieben ein Schuhgeschäft, er selbst wurde auf das Gymnasium geschickt. Schon früh interessierte er sich sehr für Literatur, gründete sogar zusammen mit seinem älteren Bruder und einem Freund einen Literarischen Zirkel. Als Jugendlicher las er Goethe, Lessing und andere Schriftsteller. Ebenso versuchte er sich an eigenen Werken, schrieb bereits eigene Stücke und Gedichte, verbrannte davon aber in einem Anfall vieles wieder. Auch interessierte er sich schon für Philosophie, machte sich Gedanken zum Menschen, der Welt und anderem.

1888 machte er schließlich sein Abitur. Da er als für den Militärdienst untauglich galt, konnte er sich noch im selben Jahr bei der Universität Heidelberg für Philologie und Philosophie immatrikulieren. Zum nächsten Wintersemester, dem Wintersemester 1889/90, wechselte er aber an die Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin um Germanistik und Philosophie weiter zu studieren. Dort, in Berlin, lernte er zu dieser Zeit auch Fritz Mauthner kennen, der mit Landauer bis zu dessen Tode befreundet war, welcher ihn auf viele Gedanken brachte und mit dem er seine eigenen teilen konnte. Nicht nur in „Skepsis und Mystik“ sollte man später sehen, wie stark ihn diese Freundschaft prägte.

1890/91 wechselte Landauer nach Straßburg. Dort lernte er die Schriften Nietzsches kennen und begann die Arbeit an seinem eigenen „Todesprediger“, seinem einzigen Roman. 1891 aber ging er zurück nach Berlin. Dort wurde er Mitglied der „Freien Volksbühne e.V.“, denn Landauer war stets ein kunstliebender Mensch gewesen, sowie des „Vereins der unabhängigen Sozialisten“. Er studierte in Berlin noch Germanistik und Philosophie, brach aber bald das Studium ab, da es ihn nicht befriedigte und er es als Zeitvergeudung ansah.

Allerdings lernte er sozusagen im Ausgleich für diese unbefriedigende Zeit die Schneiderin Grete Leuschner kennen und heiratete sie 1892 in Zürich. Ihre Heirat wurde aber im Reich nicht anerkannt und kam später sogar in die Schlagzeilen. Zu dieser Zeit war Landauer auch noch ein großer Anhänger Stirners, schrieb sogar unter dem Pseudonym „Caspar Schmidt“. 1893 kam dann auch das endgültige Aus für eine Studienlaufbahn, da ihn der Kultusminister „mangels sittlicher Befähigung“ von allen preußischen Universitäten ausschloss. Dennoch war dieses Jahr sonst ein wichtiges für Landauer. Er veröffentlichte seinen „Todesprediger“ und bekam die Leitung der Zeitschrift „Sozialist“ übertragen, in welcher der Hauptteil seiner Artikel erschien. Landauer war in diesem Jahr Delegierter auf dem Internationalen Sozialisten-Kongress in Zürich. Gleichsam aber gab es einen Rückschlag für die Sozialisten, als der „Verein der unabhängigen Sozialisten“ aufgrund von Streitigkeiten zwischen Anarchisten und Marxisten aufgelöst wurde.

Landauer lebte zu dieser Zeit im Berliner Vorort Friedrichshagen. In den folgenden Jahren bildete sich dort eine Art Künstlerkolonie, als immer mehr Künstler und Schriftsteller genau in diesen Stadtteil zogen. Diese Umgebung prägte nicht nur Landauer sehr. Doch dieser machte viele Vortragsreisen durch das gesamte Deutsche Reich und war weniger oft daheim.

1895 versuchte er es noch einmal mit einem Immatrikulationsgesuch für das Medizinstudium bei der Universität Freiburg, wurde aber aufgrund seines „Vorlebens“ abgelehnt. 1896 war Landauer erneut Delegierte auf einem Internationalen Sozialisten-Kongress, diesmal in London.

Privat ging es ihm nicht ganz so gut, er lebte sich mit seiner Frau auseinander. Als dann 1898 auch noch ihre gemeinsame Tochter Anna starb, kam es zu Trennung, aber noch nicht zur Scheidung. Bereits kurz darauf, 1899, lernte Landauer Hedwig Lachmann kennen, von welcher er später sagte, alles was er geschrieben hatte, hätte er zu ihr geschrieben.

Landauer setzte sich sehr im politischen und öffentlichen Leben ein. Um die Falschheit der Verurteilung des Barbies Ziethen zu beweisen und um den Fall wieder aufzurollen beschuldigte Landauer den ermittelnden Kommissar öffentlich der Fälschung und wandte sich sogar an hohe Stellen. Diese waren weniger erfreut und ließen Landauer wegen Verleumdung verhaften.

So saß Landauer von August 1899 bis Februar 1900 in der Strafanstalt Tegel. Schon früher hatte er das Vergnügen eines Gefängnisbesuches gehabt, und nutzte die Zeit, um Mauthners ersten Band der „Sprachkritik“ zu bearbeiten. Ohne Landauers Mithilfe wäre Mauthners Kritik wohl nie so schnell fertig geworden, sagte dieser später.

Nach seiner Entlassung durfte Landauer feststellen, dass einige ehemalige Friedrichshagener nun in einer Art „künstlerischen Lebensgemeinschaft“ lebten, mit eigenen Werten und Regeln und der Absicht, zu leben und zu wirken als Gesamtkunstwerk. Anfangs war Landauer begeistert von dieser Idee, doch überwarf sich bald mit der Gemeinschaft, da diese zu einer „elitären Attraktion für die Berliner Kulturszene“ verkommen sei.

Um die Jahrhundertwende war es auch, als Landauer sich unter dem Einfluss der Schriften von Kropotkin und Lew Tolstoj zunehmend einem radikalen Sozialismus und dem Anarchismus zuwandte. Als er es in Deutschland nicht mehr aushielt, zog es ihn mit Hedwig 1901 nach England, wo er im selben Ort wohnte wie Kropotkin. Durch einen Freund lernte er Tarridá del Mármol kennen, einen spanischen Anarchisten, der ebenfalls dort wohnte. Del Mármol brachte Landauer viel Inspiration, besonders revolutionärer Art. Gleichzeitig erschienen in Deutschland Mauthners 3 Bände der Sprachkritik. 1902 mussten Landauer und Hedwig zurück nach Deutschland, genau genommen nach Berlin, da sie in England keine Anstellung fanden und sich verschulden mussten. Ein Jahr nach Mauthners letztem Band brachte Landauer seine eigene „Skepsis und Mystik“ heraus, aufbauend auf der Sprachkritik. Im selben Jahr ließen Grete und er sich endlich offiziell scheiden und es kam zur Heirat von Landauer und Hedwig.

1907 brachte Landauer sein „Volk und Land“ heraus. 1908 hielt Landauer seinen berühmten Vortrag „Aufruf zum Sozialismus“, welcher zu seiner Gründung des „Sozialistischen Bundes“ mit Martin Buber und Erich Mühsam führte. Ab 1909 bis 1915 erweckte er den „Sozialist“ zu neuem Leben und brachte ihn selbständig heraus. Der „Aufruf zum Sozialismus“ erschien 1911 überarbeitet in gedruckter Fassung. Er gilt als Landauers politisches Vermächtnis.

Im Gegensatz zu anderen sah Landauer die drohende Gefahr eines Weltkrieges. Als dieser dann begann, isolierte er sich von seiner Umgebung, da er die nationalistische Einstellung und Kriegstreiberei seiner Umgebung nicht verstehen konnte. Es krachte sogar zwischen ihm und Fritz Mauthner, da dieser sehr wohl Nationalist war. Zu dieser Zeit, 1915, erschien noch Landauers „Stell dich, Sozialist!“, sein letztes Werk. Als sie es in der an Versorgung knappen Reichshauptstadt Berlin nicht mehr aushielten, zog es Landauer und Hedwig nach Krumbach in Schwaben. Dort starb Hedwig ein Jahr später, was Landauer für einige Zeit lähmte.

Im November des Jahres 1918 kam es zur Novemberrevolution in München. Kurt Eisner, neuer Ministerpräsident von Bayern, rief Landauer nach München, wo dieser ihm helfen solle. Landauer gehörte danach einige Zeit dem Zentralarbeiterrat an. Im Februar 1919 wurde Kurt Eisner ermordet und im April wurde Landauer Volksbeauftragter für Volksaufklärung der Münchener Räterepublik. Nach der gewaltsamen Niederschlagung der Räterepublik wurde Landauer am 2. Mai 1919 von Freikorpssoldaten im Gefängnis ermordet.

Wie man sieht, gibt es im Lebenslauf von Landauer und Stirner einige Gemeinsamkeiten. Beide stammten aus Süddeutschland, beide studierten an unterschiedlichen Universitäten und landeten letztlich in Berlin, beide waren zweimal verheiratet, wobei bei beiden die zweite Ehe anfangs öffentlich nicht anerkannt wurde und schließlich starben sie beide früher als erwartet in nahezu demselben Alter, nämlich mit 50 bzw. 49 Jahren.

3. Unterschiedliche Auffassungen vom Individuum

3.1. Stirners „Einziger“

Stirner verwendete den Begriff „Individuum“ nur fünfmal und „Individualität“ sogar nur zweimal in seinem Werk „Der Einzige und sein Eigentum“. Trotzdem geht es dabei vollkommen um das „Ich“, das Individuum, vor allem aber natürlich im zweiten Abschnitt, der passenderweise „Ich“ heißt. Stirner hob das „Ich“ über alles anderen, der Mensch ist nach seiner Annahme also ein vollkommener Egoist.

Laut Stirner steht etwas Heiliges über allem und jedem, ein Begriff, genau genommen der Gottesbegriff. Dessen Stellung nimmt das „Ich“ ein, sobald es nicht mehr daran glaubt, dass das „Heilige“ da ist.32 Dieses „Ich“ nennt Stirner den „Einzigen“, weil er als Einziger wichtig ist. Stirner geht davon aus, das Menschen grundsätzlich Egoisten sind. Doch der „klassische“ Egoismus bedeutete für ihn nur, dem Selbstgenuss nachzuhängen. Dann aber ist man nur von diesem Gedanken beherrscht, sprich, es herrscht doch nur wieder jemand über einen und so ist man kein „Einziger“ mehr. Der Egoist muss stets an sich denken, ist von sich beherrscht.33 Ein Egoist, der nur an sich denkt aber sich nicht für das Höchste hält, ist ein unfreiwilliger Egoist.34

Stirner unterscheidet weiter zwischen dem traditionellen Begriff der „Freiheit“ und dem der „Eigenheit“. Man muss alles loswerden um zu sich, zum „Ich“ zu gelangen. Für Stirner ist „Freiheit“ nur die Freiheit von etwas. Doch diese Freiheit hat dann nichts, ist inhaltsleer, also muss man auch alles wollen und es sich nehmen, ein „Eigner“ sein und damit „Eigenheit“ haben. Die Suche nach der „Freiheit“ blockiert dabei nur die „Eigenheit“ („[…] der Drang nach Freiheit als nach etwas Absoluten, jedes Preises würdigem, brachte Uns um die Eigenheit [.]“35), denn der „Drang nach einer bestimmten Freiheit schließt stets die Absicht auf eine neue Herrschaft ein [.]“36 Wenn die eine „Freiheit“ einmal erreicht wird, lechzt man doch nur nach der nächsten „Freiheit“ (als Beispiel brachte er, wenn man Eisenbahnen erfunden hat will man doch gleich als nächstes Fliegen können). Um aber Eigner zu sein, stellt man sich nur auf „Ich“. „Ich“ reich mir selber, brauche keinen Menschen, denn „Ich“ bin der Mensch, weshalb „Ich“ es auch nicht mehr werden wollen muss. „Ich“ bin mir selbst das Höchste, brauche niemanden, achte auf niemanden, bin von allen verschieden.37 Ich bin also der „Einzige“.

Allein zum Denken wie zum Empfinden, […] brauche Ich vor allen Dingen Mich, […], Mich diesen Einzigen38

Auf diesem „Ich“ basiert der Verkehr mit anderen. Ihm sind keine Dinge Gebot, man liebt nur, weil man es auch will, sofern es für einen nutzbar ist. Alles passiert nur, weil man es will.39 Deshalb sei auch am Besten für eine Beziehung zur übrigen Menschheit der Verein, frei gebildet mit denen, die dasselbe Ziel haben, aber ohne sich zu irgendwas zu verpflichten. Sie lösen sich auf, bilden sich neu, alles ein ewiger Strom.40 Gleichzeitig ist dieser Verein die „Waffe“ gegen alle anderen, um das Eigentum sicher zu stellen.41 Eigentümer ist nun weder Gott, noch der Mensch, noch „alle“, sondern der Einzelne. Wenn man sagt, „Allen gehört die Welt“, stellt man diese Alle über den Einzelnen und macht sie damit zu seinem Herrn.42 Näher wird hier an dieser Stelle nicht auf den Begriff des Vereins eingegangen werden können oder wollen.

Es gab mehr als genug Kritik an Stirners Auffassungen. Die größten zeitgenössischen Kritiker waren Marx, Feuerbach und Szeliga, wobei Marx’ Gegenschrift aber erst nach dessen Tod erschien. Meist wurde damit begründet, dass Stirner von falschen Prämissen ausging oder einen Begriff – welche er ja bekämpfte – falsch verstanden hätte. Viele belächelten ihn nur, wenige gaben ernsthafte Kritik von sich, und dies waren fast ausschließlich die angegriffenen Junghegelianer. Eine der interessantesten Kritiken kam erst Jahre später, von dem ehemaligen Stirner-Anhänger Gustav Landauer.

3.2. Landauers „Ewiger Seelenstrom“ und Meinungen zu Stirner

Wie schon erwähnt war Landauer einstmals großer Anhänger von Stirners Thesen (auf einer Karikatur von Karl Arnold im Simplizissimus wurde er gar als „Der Einzige und sein Eigentum“ dargestellt43), später aber Gegner. Was hatte also zum Wandel seiner Meinung geführt?

Landauer vertrat im Gegensatz zu Stirner nicht die Verherrlichung des Individuums, sondern eher die der universellen Gesamtheit. Dies hat er am stärksten in seiner Sozialist-Artikelserie „Zur Entwicklungsgeschichte des Individuums“ sowie in seiner Abhandlung „Skepsis und Mystik“ zum Ausdruck gebracht. Im Folgenden geht es aber vor allem um die „Entwicklungsgeschichte“.

In Teil Eins der Serie befasste er sich mit den grundlegenden Begrifflichkeiten.

Laut Landauer existieren zwei Ausdrücke für dasselbe, nämlich Atom und Individuum. Das Atom soll bloße Rechengröße und nicht auffindbar sein, das Individuum dagegen etwas, das aus vielen Teilen besteht und doch etwas ganzes sein soll. Denn seiner Meinung nach ist der Mensch absolut nicht unteilbar, sondern nur eine Summe von Trieben und Wahrnehmungen. Und wenn nun von einem „Ich“ gesprochen wird, ist damit nur das Erleben der Welt dieses „Ichs“ gegenüber einem anderen gemeint. Das „Ich“ ist für ihn ein natürlicher Begriff, ebenso real und wenig vom Menschen geschaffen wie ein Baum.44 Das könnte man noch als Ähnlichkeit zu Stirner auslegen, denn dieser hebt das „Ich“ über alles andere, was es zu dem natürlichsten Begriff überhaupt macht. Doch Landauer kann nicht nachvollziehen, wie Stirner behaupten kann, dass Triebe der Befriedigung dienen, denn diese seien nur unbewusst und Stirners Ansicht gefühlskalt. Ein Mensch handelt nicht aus Egoismus, sondern weil es die Natur verlangt, wobei Befriedigung stets nur eine Begleiterscheinung sei, eine Art Trick des Triebes, um den Menschen reinzulegen.45 Ihm zufolge gibt es „kein „Ich“, sondern lediglich „Triebe und Kräfte“ 46

Natürlich gilt für Vieles, dass es aus Einzelteilen besteht und doch ein Ganzes sein soll, nicht nur für den Menschen, weshalb man weiter definierte, dass ein Individuum „mit der rätselhaften, aber uns allen innig vertrauten Eigenschaft begabt ist, die wir Leben nennen.“47 Landauer meint weitergehend, dass das Individuum Teil der Gemeinschaft und nicht Gemeinschaft die Summe aller Individuen sei.48

Individualismus ist für Landauer „die Lehre von der Selbstherrlichkeit des Individuums“49, wobei die Triebe und die Vererbung die Lehre von der Selbstherrlichkeit der Art seien. Demnach wäre der Egoismus der letzte und jüngste Trieb des Individuums, nicht der ursprünglichste, wie Stirner meint, sondern so etwas wie ein Hilfstrieb – und Triebe dienen der Art, nicht dem Individuum, denn Einzelne können auch mal gegen das Interesse der Art handeln, was Landauer dann Individualismus nennt.50

Vollbrachte Werke sind vom Individuum losgelöste Teile und die gesamte Menschheit steht durch Vererbung in ewigem Kontakt. Opfer bringt man nur, um sein Werk zu vollbringen, denn „nur was wir in der Welt ausrichten, unsere Werke, bleiben wirksam in der Menschenwelt, alles andere, auch unsere Freuden und unsere Schmerzen, stirbt dahin.“51 Einmal äußerte er sich über die jüdischen Erzählungen des Rabbi Nachmans und sah darin das „gemeinsame Werk eines ‚Volkes’, “ die Gesamtheit im Individuum.52

Landauers Annahmen bedeuteten, dass der Mensch niemals stirbt, sondern ein abgespaltener Teil in den Nachfahren für immer weiterlebt. Dadurch ist der einzelne Mensch auch nur eine kurz aufblitzende Manifestation eines Teils des großen Ganzen.53 Dieses Unendliche, dieses „ewige Seelenfluten“, nehmen wir als materielle Welt wahr.54

In Teil Zwei der Artikelserie ging es um die Frage, ob die Menschheit wirklich ist.

Laut Kant hätten wir nur Vorstellungen von etwas, von dem wir allerdings nicht wissen, ob es wirklich existiert.55 Wenn das stimmt, ist differenzierte Materie nur Einbildung unzureichender Sinne.56 Denn diese sehen nur Einzeldinge. Alles, was dem Einzelnen getrennt erscheinen mag, ist nur Teil des großen Ganzen, welches sich in Individuengruppen und dann erst weiter zu einzelnen Individuen teilt. 57 Individuen werden von der Welt geschaffen, um in diesen sozusagen erscheinen zu können. Vergleiche zu Spinoza sind hier angebracht. Wenn einzelne Individuen sich nun wieder verbinden, sind sie reif für größere Gemeinschaften.58

Das einzelne Individuum steht mit allen je existenten Menschen in ewigen Kontakt. Dies ist schon an der Optik erkennbar, wenn jemand z.B. wie sein Großvater aussieht oder irgendwann dessen Eigenheiten plötzlich bei ihm auftreten. Deshalb ist die Vererbung die Macht, welche die Vorfahren auf uns ausüben und durch die sie immer noch alle unter uns weilen.59 „Wir sind die Augenblicke der ewig lebenden Ahnengemeinde“60

Diese alle Leiber, welche jemals existiert haben, bilden einen riesigen Organismus. Individuelle Interessen sind spät entstanden und werden sich niemals aus der Gemeinschaft lösen. „Alles was lebt, lebt ein für allemal.“61 Man stirbt nie wirklich, ein Teil lebt für ewig weiter, in den Kindern, in den Werken.62 Und so kommt Landauer zu dem Schluss: „’Individualisten’, die den momentanen, flüchtigen, oberflächlichen Genuß über alles stellen, versagen sich den Genuß, der mehr wert ist als alle anderen Genüsse zusammengenommen: […]daß etwas von uns weiter wirkt und weiter lebt.“ 63

Egoisten werden von der Natur sozusagen reingelegt wenn sie nur nach Befriedigung streben, denn diese Befriedigung ist nur eine Art Belohnung durch die Triebe. Liebe, von der Stirner sagt, dass man nur liebt, wenn man lieben will, es haben will, ist für Landauer das Band „zwischen uns und dem zukünftigen Menschengeschlecht“, da es normalerweise zur Vermehrung und damit zum Weiterleben in den Nachkommen führt.64

Teil Drei der Artikelserie behandelt die Seele.

Die christliche Welt glaubt an Einzelseelen und eine Freiheit des Willens. Östliche asiatische Philosophien kennen dies nicht.65 Laut Buddha gäbe es keine Individualseele und Landauer meint, dass in seiner Theorie der Seelenwanderung „ein tiefer Kern der Wahrheit [steckt], daß ein unlöslicher Zusammenhang aller Wesen miteinander besteht, daß eines ins andere übergeht, daß eine Kraft sich in die andere verwandelt“66 Dies ist eine Art des Seelenrecyclings, auf die es im folgenden Abschnitt noch mal zu sprechen kommen wird.

Weiterhin sind für Landauer sämtliche Handlungen des Menschen seit dem Anbeginn der Zeit vorbestimmt, man tut es, weil man es tun muss, man kann nur wollen, was man wollen muss, und deshalb gibt es keinen Freien Willen. Und wenn es keinen Freien Willen gibt, gibt es auch weder eine eigenständige Seele noch ein absolutes Individuum.67

Man sollte über diese Erkenntnisse aber nicht traurig sein, so beschwichtigt Landauer, denn je individualistischer man ist, desto mehr bringt man das Ganze voran, weil man nur so Einfluss darauf ausüben kann.68 Gleichzeitig widerspricht er damit aber seiner zuvor getroffenen Feststellung, dass Buddha recht hatte, denn für diesen war Individualität zu verteufeln, da man so nie dem ewigen Kreislauf entgehen könne.69

Teil Vier wird hier übergangen, da es dort nur um den Stirnerianer Ommerborn geht, welcher hier nicht weiter interessiert. Dagegen nun zum letzten Teil, eine Vernichtung der Thesen Stirners.

Zunächst jedoch, so Landauer, hatte Stirner in einem Punkt Recht. Denn nach Landauers Ansicht war es Stirners Lehre, dass der Gottesbegriff zu bekämpfen sei, da Begriffe fesseln und nach dem Tod des Wortes alles machbar sei70, doch ging er damit nicht weit genug, da auch schon der Begriff an sich zu bekämpfen sei. Denn auch das „Ich“, wie es Stirner oder Descartes benutzten, sind schließlich nur Begriffe. „Ich – das Individuum – die Einzelseele – die Persönlichkeit – all das sind nur Wortbegriffe“71, erfunden vom Menschen um Dinge zu erklären, die er nicht sehen kann. Doch Sinnesorgane sind unzureichend, wie der technische Fortschritt immer wieder verdeutlicht, wobei die Sprache aber nicht mithalten kann.72 Stirner war laut Landauer der letzte große Nominalist, für den Begriffe bloß Worte und nicht real waren, sie einen aber beherrschen. „Er hat entdeckt, daß alle tatsächliche Unterdrückung zuletzt von den Begriffen und Ideen ausgeübt wird, die respektiert und für heilig genommen werden. Mit unerschrockener, gewaltiger und sicherer Hand hat er Begriffe wie Gott, Heiligkeit, Moral, Staat, Gesellschaft, Liebe auseinander genommen und lachend ihre Hohlheit demonstriert. […] Der letzte Nominalist setzte das konkrete Einzelwesen, das Individuum, als Realität auf den entleerten Stuhl Gottes, der von nun an von dem Einzigen und seinem Eigentum besessen wurde. Das war die Stirnersche Besessenheit.“73 Landauer ist gegenteiliger Meinung und will die „Nichtigkeit des […] isolierten Individuums“74 beweisen. Es gäbe keine Individuen, sondern nur Gemeinschaften, weder gäbe es das absolute Individuum, noch abstrakte Vererbung, sondern beides steht für etwas sehr Lebendiges, sich bewegendes. „Das Individuum ist das Aufblitzen des Seelenstromes.“75 Doch das, was man Individuum nennt, ist eigentlich nur die Persönlichkeit, die von Außen nur minimal geprägt werden kann. Der Mensch selbst ist die große Gemeinschaft „Unser Allerindividuellstes ist unser Allergemeinstes“76

Das Individuum ist oft genug geteilt, denn geteilter Meinung. Das gäbe es nicht, wäre es ein wirkliches Individuum. „Nicht ‚Individuum’ oder ‚Egoismus’ kann unser Schlachtruf sein, sondern Individualität“, denn das Bleibende im Menschen, der Art förderliche, ist dem Einzelnen vorzuziehen.77

4. Ergänzungen zu Landauer

Landauer sprach von Buddha und der Verwandlung einer Kraft in eine andere. Im Zen-Buddhismus versucht man das Dhyana zu erreichen, den Bewusstseinszustand eines Buddhas, bei dem man dann nicht mehr zwischen der Individualität eines Einzelnen im Vergleich zu einem anderen unterscheidet. Buddha lehrte, dass jedes Ding nur im Verhältnis zu einem anderen existiert. Keine festen Definitionen oder Klassifikationen können die Natur erfassen, sie ist einfach, wie sie ist.78

In den 1990ern entwickelte der britische Biologe James Lovelock die so genannte „Gaia-Hypothese“, nach der die Erde ein einziger riesiger Organismus sei, welcher seine eigenen Lebensbedingungen schafft, wozu auch sämtliche anderen Lebewesen auf dem Planeten gehören.79 Erweitern ließ sich diese Theorie durch die Annahme, dass alle Lebewesen Energie (die „Seele“) haben, welche nach dem Tod zurück zu Gaia fließt um in ein neues Lebewesen einzugehen. Dies erinnert sehr an das schon oben erwähnte „Seelen-Recycling“ von Landauer.

5. Schlusswort

Landauer hielt Stirner für gefühlskalt und irre geführt von seinen eigenen Trieben. Denn Landauer sah den Egoismus als letzten Trieb des Menschen, nicht als höchsten und wichtigsten. Beide hielten das Ich für etwas Natürliches.

Landauer gab Stirner in dem Punkt Recht, das es gilt den Gottesbegriff zu bekämpfen, man nach diesem einen Begriff aber noch lange nicht fertig ist. Immerhin schätzt Landauer Stirner als den „letzten großen Nominalisten“. Für Landauer waren Stirners Ansichten wohl im Kern wahr, doch vorschnell und unüberlegt geäußert, und vor allem – vollkommen besessen von seiner Fixierung auf das Individuum, welches ihn in die Irre führte.

Wer nun Recht hat, Landauer oder Stirner, und ob überhaupt einer von beiden Recht hat, soll hier nicht bestimmt werden. Vielmehr sollte gezeigt werden, wie nichtig doch das einzelne Individuum ist, dass es Teil eines wesentlich größeren Ganzen ist, wie Landauer es zeigte. Stirners Theorien sind dann eigentlich und oberflächlich betrachtet wohl hinfällig, denn wenn es kein (absolutes) Individuum gibt, kann dieses auch nicht egoistisch handeln. Doch sieht man das Einzelne im Ganzen, so handelt dieses „egoistisch“ um das Ganze voranzubringen. Insofern können sich beide Theorien doch vertragen.

Anarchismus, diese Selbstherrlichkeit des Individuums, ist damit auch nur eine von vielen Spielarten der Menschheit, um auf dieser Weise zu erscheinen, wie Landauer es gesagt hätte.

6. Literaturverzeichnis

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Ritter, J.; Gründer, K. (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Basel / Stuttgart (Schwabe & Co Verlag) 1976

1 Microsoft® Encarta® Enzyklopädie Professional 2003. Version 12.0.0.0602

2 Individualisieren. In: DUDEN. Rechtschreibung der deutschen Sprache. Weltbild Sonderausgabe. Augsburg (Weltbild Verlag AG) 1999, S. 368

3 Individuum. In: Wikipedia.org. http://de.wikipedia.org/wiki/Individuum (3.1.2006)

4 Individuum. In: Wikipedia.org. http://de.wikipedia.org/wiki/Individuum (8.1.2006)

5 Kaulbach, F.: Individuum und Atom. In: J. Ritter, K. Gründer (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Basel / Stuttgart: Schwabe & Co Verlag, 1976, S. 299

6 Landauer, Gustav: Zur Entwicklungsgeschichte des Individuums, Teil I. In: Link-Salinger, R. (Hrsg.), Signatur: g.l. Gustav Landauer im Sozialist (1892 – 1899). Frankfurt/M. (Suhrkamp) 1986, S. 326

7 Kaulbach, a.a.O., S. 299

8 Porphyrios, Isag. 7, 21 – 23. Zit. nach: Th. Kobusch: Individuum, Individualität, Teil I. In: ebenda, S. 301

9 Hegge, Hjalmar: Freiheit, Individualität und Gesellschaft. Eine philosophische Studie zur menschlichen Existenz. Stuttgart (Verlag Freies Geistesleben) 1992, S. 58

10 Hegge: ebenda, S. 79

11 Thomas von Aquin, In de causis 11 (235). Zit. nach: Oeing-Hanhoff, L.: Individuum, Individualität, Teil II. In: Historisches Wörterbuch der Philosophie, S. 307

12 Hegge, a.a.O., S. 59

13 J.G. Fichte: System der Sittenlehre. Werke, hg. I.H. Fichte 4, 221. Zit. nach: Oeing-Hanhoff, S. 314

14 Ebd.

15 Hegge, a.a.O., S. 59f

16 ebenda, S. 61f

17 Fr. Schlegel: Philos. Frg. II, Nr. 488. KA 18, 69. Zit. nach: Oeing-Hanhoff, S. 315

18 vgl. Borsche, T.: Individuum, Individualität, Teil III. In: Historisches Wörterbuch der Philosophie, S. 316

19 vgl. ebenda, S. 317f

20 vgl. ebenda, S. 319f

21 Karl Marx: Ökonomisch-philos. Mss. (1844). MEW Erg.-Bd. 1, 538. Zit. nach: ebenda, S. 321

22 Fr. Nietzsche: Der Wille zur Macht, hg. P. Gast (Kröner 78) 512, Nr. 767. Zit. nach: ebenda, S. 321

23 H. Rickert: Die Grenzen der naturwiss. Begriffsbildung (1902) 336f. Zit. nach: ebenda, S. 322

24 vgl. H. Rickert: Die Grenzen der naturwiss. Begriffsbildung (1902) 357f. Zit. nach: ebenda, S. 322

25 Hegge, a.a.O., S. 74

26 Hegge, a.a.O., S. 75f

27 ebenda, S. 77

28 ebenda, S. 80f

29 ebenda, S. 83

30 vgl. EE 406

31 vgl. EE 394f

32 vgl. Jelušic, Vojmir: Inaugaral-Dissertation, Universität Wien. In: Fleming, Kurt (Hrsg): Jelušic, Vojmir. Stirners Erbe. Eine kritische Betrachtung über das Verhältnis des „Einzigen“ zum individualistischen Anarchismus in Deutschland (1911). STIRNERIANA. Sonderreihe der Zeitschrift „DER EINZIGE“ Nr. 7. Leipzig (Verlag Max-Stirner-Archiv) 1998, S. 10

33 vgl. ebd., S. 14

34 vgl. EE 39

35 EE 172

36 EE 176

37 vgl. Jelušic, Vojmir: a.a.O., S. 16f

38 EE 382

39 vgl. Jelušic, Vojmir: a.a.O., S. 19

40 vgl. ebenda, S. 19f

41 vgl. ebenda, S. 20

42 vgl. EE 278

43 vgl. Matzigkeit, Michael (Hrsg.): „…die Beste Sensation ist das Ewige…“. Gustav Landauer – Leben, Werk und Wirkung. Düsseldorf (Theatermuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf, Dumont-Lindemann-archiv) 1995, S. 326

44 vgl. Landauer: Etwas über Moral. In: R. Link-Salinger (Hrsg.), Signatur: g.l. Gustav Landauer im Sozialist (1892 – 1899). Frankfurt/M. (Suhrkamp) 1986, S. 283

45 vgl. Landauer: Jeder für sich?. In: Link-Salinger (Hrsg.), S. 313ff

46 vgl. Delf, Hanna: In die größte Nähe zu Spinozas Ethik. Zu Gustav Landauers Spinoza-Lektüre. In: Delf, Hanna; Mattenklott, Gert (Hrsg.): Gustav Landauer im Gespräch. Symposium zum 125. Geburtstag. Tübingen (Max Niemeyer Verlag) 1997, S. 74

47 vgl. Landauer: Zur Entwicklungsgeschichte des Individuums (30. 11. 1895), In: Link-Salinger (Hrsg.), S. 325

48 vgl. ebenda, S. 326

49 ebenda, S. 326f

50 vgl. ebenda, S. 326f

51 Landauer: Jeder für sich?. a.a.O., S.315

52 vgl. Löwy, Michaël: Der romantische Messianismus Gustav Landauers. In: Delf, Hanna ; Mattenklott, Gert (Hrsg.), S. 98

53 vgl. Landauer: Zur Entwicklungsgeschichte des Individuums. a.a.O., S.328

54 vgl. SM 14

55 vgl. SM 4

56 vgl. SM 10f

57 vgl. Landauer: Zur Entwicklungsgeschichte des Individuums. a.a.O., S.330

58 vgl. SM 18

59 vgl. Landauer: Zur Entwicklungsgeschichte des Individuums. a.a.O., S.330f

60 SM 14

61 vgl. Landauer: Zur Entwicklungsgeschichte des Individuums. a.a.O., S.331f

62 vgl. SM 16

63 Landauer: Zur Entwicklungsgeschichte des Individuums. a.a.O., S.332

64 vgl. ebenda, S.333

65 vgl. ebenda, S.334f

66 Landauer: ebenda, S.336

67 vgl. ebenda, S.337

68 vgl. ebenda, S.338

69 Hegge, a.a.O., S. 94

70 vgl. SM 3

71 Landauer: Zur Entwicklungsgeschichte des Individuums. a.a.O., S. 345

72 vgl. ebenda, S. 345f

73 SM 12f

74 SM 13

75 ebd.

76 SM 17

77 vgl. Landauer: Zur Entwicklungsgeschichte des Individuums. a.a.O., S. 348f

78 vgl. Microsoft® Encarta® Enzyklopädie Professional 2003. Version 12.0.0.0602

79 vgl. Cetra Connection: http://www.cetraconnection.de/final-fantasy-vii/analyse/die_gaia_theorie.html (1.1.2006)

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Die ganze Arbeit ist druck- und besser lesbar hier beziehbar.

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