Wie begründet Dante, dass nur durch die Monarchie die menschliche Gattung die höchste Freiheit genießt?

Im Grunde genommen begründet er diese These allein mit Hilfe eines Syllogismus sowie weiteren Erläuterungen zu diesem.

In Kapitel xi von Buch I der Monarchia bringt Dante das 7. Argument des Traktates. In diesem Kapitel möchte er beweisen, dass in der Monarchie die Freiheit des Menschen am größten ist. Er beginnt so denn auch gleich mit einem Syllogismus, der dies bereits beinhaltet und somit beweisen soll:

Obersatz: „Überdies ist die Welt am besten geordnet, wenn in ihr die Gerechtigkeit am meisten Macht besitzt.” (S. 87, I, xi, 1)

Untersatz: „Die Gerechtigkeit besitzt allein unter der Herrschaft des Monarchen am meisten Macht.” (S. 87, I, xi, 2)

Schlusssatz: „Also ist für die beste Ordnung der Welt die Monarchie […] erforderlich.” (S. 87, I, xi, 2)

Den Obersatz kann er mit Vergil als Autoritätsargument problemlos beweisen. Um den Untersatz allerdings belegen – oder wie er es nennt, erhellen – zu können, folgt das restliche xi. Kapitel als Erläuterung und Beweis zu diesem Satz.

Im Folgenden erklärt er in Punkt 3 die Gerechtigkeit als geradlinig und kein mehr oder weniger zulassend. Punkte 4 bis 7 weisen die Bedingungen auf, unter denen die Gerechtigkeit am stärksten, am mächtigsten ist: nämlich, wenn ihr am wenigsten ihres Gegensatzes beigemischt ist (5). Punkte 4 und 5 kann er gut mit Autoritätsargumenten belegen. An Gegensätzen gibt es nun genau zwei, einerseits das Wollen (6), denn der Richter muss völlig frei von Leidenschaften und Begierden sein, andererseits das Können (7), denn man kann nur wirklich gerecht sein, wenn man auch die Macht dazu hat.

Mit diesen Erläuterungen hat er nun bereits den Obersatz des neuen Syllogismus erklärt, den er in Punkt 8 einführt:

Obersatz: „Die Gerechtigkeit besitzt am meisten Macht in der Welt, wenn sie sich in jenem Subjekt befindet, das den besten Willen und die meiste Macht besitzt.” (S. 89, I, xi, 8)

Untersatz: „Von dieser Art ist nur der Monarch.” (S. 89, I, xi, 8)

Schlusssatz: „Also besitzt nur die den Monarchen inhärierende Gerechtigkeit am meisten Macht in der Welt” (S. 89, I, xi, 8)

Wie man sieht, ist der Schlusssatz dieses Syllogismus gleich dem Untersatz des Hauptsyllogismus. Nun haben wir also einen Beweis für den Untersatz. Den Obersatz des neuen Syllogismus hat er ja bereits zuvor erklärt. Doch nun muss erneut ein Untersatz belegt werden, nämlich der des neuen Syllogismus.

Den Untersatz zu belegen versucht Dante mit den nächsten Punkten. Zuerst nähert er sich dem Wollen. Er tut dies, indem er Aristoteles vorrausschickt (11), welcher sagte, dass man nur dann nichts begehrt wenn es auch nichts zu begehren gibt. Laut Dante begehrt der Monarch nichts, da er bereits über alles herrschen würde, das man begehren könnte (12). Weiterhin schärft das rechte Verlangen (recta dilectio) die Gerechtigkeit (13), wovon der Monarch am meisten habe, was Dante sogar noch unterstreicht (14). Im nächsten Punkt sagt er auch endlich, warum der Monarch am meisten Liebe (rechtes Verlangen) habe: weil ihm die Menschen näher stehen als sie dies allen anderen Herrschern tun würden (16).

Damit will Dante nun auch den neuen Untersatz bewiesen haben, in dem er dargelegt hat, dass tatsächlich nur der Monarch den rechten Willen und die meiste Macht hat. Nun geht der zweite Syllogismus auf und beweist damit den Untersatz des Hauptsyllogismus, welcher ja das eigentliche Thema das Kapitel war. Damit wäre laut Dante gezeigt, dass die Welt unter dem Monarchen am gerechtesten ist.

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